Jeff Bezos erklärt, wie er schwierige Entscheidungen trifft

Jeff Bezos, der Chef von Amazon, hat vor kurzem dem “Business Insider” ein Interview gegeben, bei dem es um das Thema “riskante Business Entscheidungen” ging.

Bezos erklärt in dem Artikel, wie er es hinbekommt, ein Unternehmen wie Amazon mit 341.000 Mitarbeitern immer noch so führen kann, als sei es ein Startup. Er nennt das die “Day 1 Mentalität”, was u.a. beinhaltet, dass man Entscheidungen schneller treffen sollte.

Um das zu erreichen versucht er innerhalb kürzester Zeit so viele Daten wie möglich zu bekommen, um dann auf dieser Datenbasis seine Entscheidungen zu treffen. Das Mantra dabei ist: versuche herauszufinden, wie viele Daten du mindestens benötigst (z.B. 70%) und nicht, wie viele optimal wären (90% oder mehr).

Hinzu kommt die oft zitierte Mentalität des Scheiterns, was hier in Deutschland leider noch immer als Makel angesehen wird, in Amerika aber eher als eine Chance um aus den Fehlern zu lernen. Bezos fügt auch hinzu, dass fast alle Entscheidungen auch wieder rückgängig gemacht werden können – also warum nicht einfach mal probieren und im Zweifel einen Rückzieher machen. Man sollte sich bei schwierigen Entscheidungen immer fragen: “was ist, wenn wir falsch liegen? Welche konkreten Konsequenzen hat das und wie können wir unsere falsche Entscheidung rückgängig machen?”.

Hand in Hand damit geht der nächste Tip, nämlich, dass man sich nicht so sehr darauf konzentrieren sollte, falsche Entscheidungen zu vermeiden, sondern eher, wie man diese schnell erkennt und sie korrigieren kann. Im Zweifel ist es für Unternehmen günstiger, Fehler zu machen und diese schnell zu korrigieren als träge zu werden und somit nicht mehr auf Veränderungen im Markt angemessen reagieren zu können.

Für Entscheidungen, die einen sehr großen Impact auf Kunden, Mitarbeiter und/oder Partner haben, schlägt Bezos das “Disagree and commit” Prinzip vor, also “ich stimme dir nicht zu, stehe aber voll hinter dir”. Er erklärt das an dem Beispiel einer Serie, die von den Amazon Studios produziert werden sollte. Er sah mehrere Probleme in der Finanzierung, ob das Thema der Sendung überhaupt spannend sei usw. Das Team jedoch war von seinen Ideen absolut überzeugt. Und so schrieb Bezos unverzüglich zurück: “Ich stimme euch nicht zu, aber stehe hinter euch und ich hoffe dass das die erfolgreichste Serie wird, die wir je gemacht haben”.

Er spricht sich damit sehr deutlich gegen die “Ich habe es dir vorher gesagt” Mentalität aus, sondern will eher ein “jeder muss es selbst lernen” Erlebnis hervorrufen. Denn Wenn ein Chef ständig Ansagen macht und alles besser weiß, dann wird das auf Dauer sehr demotivierend für seine Mitarbeiter und wird wiederum dafür sorgen, dass das Unternehmen träge wird. Und man kann ja nie ausschließen, dass man als Chef falsch liegt.

Das ganze Interview findet ihr unter http://www.businessinsider.com/jeff-bezos-explains-the-perfect-way-to-make-risky-business-decisions-2017-4

[Quicktip] 2 Faktor Authentifizierung für Amazon aktivieren

Mittlerweile hat man mit Amazon ja einen relativ wichtigen Account, über den man nicht nur einkauft, sondern evtl. auch seine Cloud Server betreibt oder das Amazon Cloud Drive verwendet. Von daher macht die 2 Factor Authentifizierung in jedem Fall Sinn, um nicht mal eine böse Überraschung zu erleben.

Die Aktivierung ist relativ leicht: meldet euch einfach auf “amazon.com” statt auf “amazon.de” an, und geht dann in die Accounteinstellungen, wo ihr das Passwort ändern könnt (Login & Security Settings). Unter “Advanced Security Settings” könnt ihr dann 2-Factor Auth aktivieren. Sobald das erledigt ist, erscheint dieser Menüpunkt auch auf der deutschen Amazon Seite 😉