Was kann ich mit meiner Pebble Smartwatch alles anstellen?

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Mein persönliches Mitbringsel aus New York war die Smartwatch Pebble. Lange hatte ich schon ein Auge darauf geworfen, aber die Lieferung nach Deutschland war riskant – der Zoll mochte das Teil nicht. Vor wenigen Wochen änderte sich dies nun, und man kann auch über die offizielle Seite die Pebble nach Deutschland liefern lassen. Aber warum mehr zahlen, wenn man den Dollar-Kurs noch mitnehmen kann? So hat mich die Pebble nur ca. 120€ statt den derzeit 160€ bei Amazon bezahlt.

Anders als andere Smartwatches hat die Pebble kein hochwertiges Farbdisplay, sondern eine Art e-Ink Display – so, wie man es auch vom Kindle her kennt. Aber dieses Display hat eine relativ gute Bildwiederholungsrate von ca 10 Bildern die Sekunde, womit man schon ein paar nette Animationen darstellen kann. Das komplette System kann mit eigenen Apps und alternativen Uhren, den sog. Watchfaces, erweitert werden. Dazu benötigt man nur die entsprechende Pebble App auf seinem Smartphone. Dort integriert ist dann eine Art AppStore, der die komplett kostenlosen Apps und Watchfaces anbietet. Mittels dieser IOS/Android App werden auch gleich die Daten mit der Uhr ausgetauscht, neue Apps und Watchfaces auf die 8 Slots der Uhr verteilt oder auch gelöscht. Außerdem kann man für Apps und Watchfaces, die noch zusätzliche Einstellungen benötigen, diese hier ganz einfach setzen.

Ihr hört richtig – die Pebble hat keinen wirklichen internen Speicher, sondern einfach nur Slots. Zunächst erscheint das ein bisschen wenig, aber mit der Zeit findet man die persönlichen Favoriten. Viele Apps laufen eigenständig (also nur auf der Uhr), einige benötigen aber auch Partner Apps auf dem Smartphone. In der Regel kosten diese dann Geld und es scheint mir so, als ob das teilweise auch überhaupt der Existenzgrund dieser zusätzlichen Apps ist.

Die Pebble hat übrigens bereits drei Watchfaces vorinstalliert, die von den 8 Slots ausgenommen sind. Ihr könnt also bis zu 11 Uhren gleichzeitig drauf haben. Mit dabei sind eine klassische Zeiger-Uhr, eine normale Digitalanzeige und die Anzeige in Worten (“quarter past eleven”) – letztere ist leider nur englisch. Per Custom-Firmware kann man die Standard Watchfaces übrigens entfernen. Dazu später mehr. Die Watchfaces sind prinzipiell auch nur Apps, sie können neben der Anzeige der Uhrzeit auch andere Funktionen erfüllen. Eine meiner Uhren zeigt z.B. die gelaufenen Schritte und die Zeiten, in denen ich sitze, gehe, renne oder Auto fahre, an.

Die Pebble Apps umfassen nützliche Helfer wie z.B. Währungsrechner (hat mir mit dem Dollar sehr geholfen), Navigationshilfen, Kompass, Stoppuhren, Schrittzähler, Spiele (ja, auch Flappy Bird gibt es hier 😉 ) usw.
Es gibt auch nette Helfer, die einfach nur eine URL anfragen und das zurückgeleitete JSON ausgeben. Damit habe ich mir z.b. einen persönlichen Abfahrtsmonitor für die für mich relevanten Busse und Bahnen erstellt.

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Das Ökosystem von Pebble ist großartig. Selbst die Entwicklung ist idiotensicher – man kann sie nämlich komplett über die Cloud erledigen. Über cloudpebble.net kann man direkt im Browser coden und muss sich nicht – wie in der Headline schön beschrieben – um Dinge wie Linux, Compiler, Python usw. kümmern. Man drückt einfach auf Play, die App/Watchface wird auf den Servern von Pebble kompiliert und anschließend automatisch auf deine eigene Pebble übertragen. Natürlich inkl. Debugging-Rückkanal im Browser. Ich habe bisher noch nichts vergleichbares und derart integriertes gesehen. Hier können sich viele Hersteller ne ordentliche Scheibe abschneiden!

Und als wäre das noch nicht genug gibt es auch die Möglichkeit, Custom-Firmwares auf dem Teil zu installieren. Unter pebblebits.com/firmware/ kann man sich seine Wunschfirmware zusammenklicken, bekommt die fertige Firmware als Download und kann diese dann direkt per Pebble App auf die Uhr spielen. Ich konnte das komplett auf dem Handy und ohne Rechner machen. Auch hier: das ist der Hammer!

Übrigens ist die Pebble eines der Produkte, für die man Plattformen wie Kickstarter und co. lieben sollte. Sie wurde durch Crowdfunding überhaupt erst möglich gemacht und zeigt nun, dass sie auch erfolgreich verkauft werden kann.

Mein Fazit: mit Smartwatches tut sich gerade ein sehr geiles neues Feld auf – und die Pebble macht da schon mal einen sehr guten Wurf. Ich weiß, dass es bereits deutlich bessere Smartwatches gibt – aber das Preis-Leistung Verhältnis IST hier das beste, was ich finden konnte. Und man darf nicht vergessen: die Pebble ist die derzeit einzige Smartwatch, bei der der Akku mehrere Tage durchhält. Nachdem Apple gestern nun seine neue “Apple Watch” vorgestellt hat, kann man annehmen, dass dieser Markt nun ordentlichen Zulauf bekommen wird. Damit werden auch die Preise im Allgemeinen fallen. Ich denke, dass die Pebble hier durch ihren deutlich anderen Ansatz und der damit verbundenen Sparsamkeit gut punkten wird. Von mir gibt es jedenfalls eine klare Kaufempfehlung!

[Test] Kingston MobileLite Wireless G2 (Akku, Router und Karten/USB Lesegerät)

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Für meine kommende Reise nach New York war ich mal wieder auf der Suche nach einem Gerät, mit dem ich von meinen Kameras bzw. Speicherkarten Sicherungen auf eine USB Festplatte machen kann. Ich möchte meinen Rechner nicht mit auf die Reise nehmen, aber eben auch nicht auf mein Backup verzichten. Nun gibt es ja Festplatten mit integriertem Kartenleser für genau solche Zwecke, die aber auch ihren Preis haben.

Der Kingston MobileLite Wireless G2 ist mir über viele Umwege förmlich entgegen gesprungen und nachdem ich mich etwas belesen hatte, bestellte ich das Teil. Doch was kann dieses multifunktionale Genie nun alles: es handelt sich zunächst einmal um einen mobilen SD Kartenleser, der auch über einen USB Port verfügt. Über beide Ports können alle auf den jeweiligen Datenträgern verfügbaren Daten über spezielle Apps von Kingston freigegeben werden – sprich, man kann per Handy oder Tablet direkt die Daten einlesen. Dazu muss man nur mit dem vom G2 eröffneten WLAN beitreten – wo wir auch schon bei der nächsten Funktion sind: das Teil ist auch ein mobiler Access Point und verfügt über einen RJ45 LAN Port. Damit kann man an Orten, an denen nur Internet per Kabel verfügbar ist, ganz einfach ein eigenes WLAN aufspannen. Alternativ kann sich der MobileLite G2 auch auf ein vorhandenes WLAN aufschalten und dieses repeaten.

Aber das ist noch nicht alles: ein kompatibler UMTS Stick vorausgesetzt, kann man damit auch unterwegs ein mobiles Internet-Signal weiter verteilen. Und zuguter letzt: das Teil ist auch noch ein simpler mobiler Akku, mit dem man alle möglichen Geräte per USB Kabel laden kann.

Der G2 selbst wird per Micro USB Kabel geladen. Mit einer vollen Akkuladung soll der kleine Freund gute 13 Stunden seinen Tätigkeiten nachgehen – was ich erst noch ausgiebig testen muss. Richtig gut finde ich aber, dass auch normale 2,5″ Magnetfestplatten im Akkubetrieb laufen. Leider scheint der g2 aber Probleme mit USB 3.0 Platten zu haben – zumindest konnte ich keine davon bei mir in Betrieb nehmen.

Der Hauptgrund, warum ich mir den MobileLite gekauft habe, ist wie gesagt meine kommende Reise nach New York. Da ich so wenig wie möglich an Equipment mitschleppen möchte, aber keinesfalls auf mein Backup verzichten kann, soll er mein kleiner Image Tank werden. Dazu hängt eine normale USB 2,5″ Festplatte dran, auf die ich dann per App meine SD Speicherkarten aus der Spiegelreflex kopieren kann. Vergleichbare andere Geräte kosten schnell mehrere hundert Euro, was ich nicht als gerechtfertigt ansehe. Mit ca. 50€ ist der G2 dann doch eine deutlich günstigere und zudem noch funktionsreichere Variante.

Neben der Kopierfunktion kann man natürlich auch sämtliche anderen Daten auf den angeschlossenen Datenträgern lesen. Hier scheinen besonders Android User im Vorteil zu sein, da sie Daten einfach in das lokale Dateisystem kopieren können. Bei iOS geht das eingeschränkt – die entsprechende App muss das “öffnen mit” Feature unterstützen. Pdfs z.b. lassen sich problemlos direkt in iBooks öffnen, Bilder wandern in die Bildgalerie des iPhones/ipads. Alle diese Aktionen führt man man der schlichten, aber doch funktionalen App von Kingston durch. Außerdem kann die App auch alle Bilder und Videos eures Handys / Tablets auf einen angeschlossenen Datenträger kopieren. Außerdem kann die kingston App einfache Aktionen wie Bilder anzeigen oder Videos abspielen auch gleich selbst erledigen. Bei Videos ist es aber z.b. Notwendig, dass diese in h264 vorliegen. Dieses Streaming direkt auf das Gerät wird mit bis zu 3 gleichzeitigen Teilnehmern erlaubt. Es können also gleichzeitig 3 Geräte verbunden sein und Videos ansehen.

Ein kleiner Hinweis: das WLAN das g2 ist im Werkszustand unverschlüsselt. Im Setup wird man gleich darauf hingewiesen und kann ein entsprechendes wpa2 Kennwort vergeben und auch gleich die Verbindung zu einem anderen WLAN für den Repeater Modus einrichten.

[Infografik] wie viel kostet es, eine App zu erstellen

Auch wenn es die eine oder andere gut klingende Erfolgsstory von der “Millionen App übers Wochenende” gibt, so ist die Realität dann doch, dass so eine App ordentlich Zeit und Geld kostet – außer man ist Entwickler und auch grafisch begabt…dann kostet es nur Zeit 😉

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via ideatoappster.com

ON AIR Android Beta 0.4

An gewissen Punkten in meinem Leben bin ich durchaus sehr stolz – und so war es auch am Montag, als die neueste Beta von ON AIR für Android fertig gestellt wurde. Wir konnten viele Anregungen und Fehlermeldungen aus der letzten Version aufnehmen bzw. korrigieren, haben extreme Performance Optimierungen durchführen können und die App somit auf noch mehr Geräten verfügbar gemacht. Hinzu kam außerdem die Unterstützung für eine große Palette an Android Tablets. Bereits jetzt muss sich ON AIR Android nicht mehr vor seinem großen Bruder auf der iOS Plattform verstecken.

Das Raster

Die Entwicklung für Android gestaltet sich gegenüber iOS deutlich schwieriger – nicht, weil das System irgendwie komplizierter ist, sondern wegen der schier unendlich vorhandenen Geräte. Auch dies wäre kein Problem, wenn zumindest gewisse Grundsätze eingehalten würden – z.B., dass Bildschirmauflösungen nur ein Vielfaches einer bestimmten Auflösung sein dürfen oder ein genormtes Verhalten des Systems an sich. Die Freiheiten, die Android bietet, bringen leider auch viele Nachteile mit sich, die sich vor allem dem Entwickler offenbaren. Dieser Absatz soll kein Flaming oder eine Ausrede sein, ich möchte den Usern einfach nur näher bringen, warum wir auch immer wieder auf einzelne Geräte stoßen, auf denen unsere App nicht so läuft, wie wir uns das vorgestellt haben. Aber wir sind stets bemüht, diese Probleme aus der Welt zu schaffen.

Um mal ein bisschen aus dem Nähkästchen zu plaudern: ON AIR für Android ist eine reine HTML5 App und nutzt so die neuesten Web-Technologien. Das sorgt zum einen dafür, dass die App auf möglichst vielen Geräten läuft, zum andern vereinfacht es aber auch ungemein die Wartung und Entwicklung. Mittlerweile sind über 30.000 Zeilen Code zusammengekommen, die sich vor allem um die Dinge kümmern, die der Benutzer nicht sieht – also die Verwaltung und Aufbereitung der Senderdaten, die Kommunikation mit den Servern usw. – aber natürlich auch um die vielen grafischen Raffinessen, die wir bereits eingebaut haben. Mit unserer Entwicklung haben wir z.B. das absolut flüssige Scrollen von Listen und natürlich das grandiose Programm-Raster umsetzen können.

Als kleiner Ausblick noch, was euch in den nächsten Beta-Versionen erwartet:

  • Trailer
  • Wikipedia- und IMDB Link
  • Suche
  • Wiederholungen
  • Erinnerungen erhalten
  • Favoriten setzen
  • Sync mit iPhone und iPad
  • Offline-Funktion
  • Optimiertes Design für Tabletts und Android 4.0

Es bleibt also weiterhin spannend 😉

Die App findet ihr im Android Market unter “ON AIR Beta“.

[Titanium Developer] JSON auf iPhone und Android parsen

Dieser Beitrag wird eine Reihe von (hoffentlich) vielen Titanium Developer Beiträgen einleiten, und das aus einem einfachen Grund: so toll das System auch ist, es braucht viele Kniffe, um die eigene App zum Laufen zu bekommen.

Für alle, die nicht wissen, was Titanium Developer ist: Einfach gesagt handelt es sich dabei um ein Framework+Runtime, mit welchem man mittels Javascript Handy-Apps programmieren kann, welche dann auf iPhone/iPod Touch/iPad und Android laufen. Dabei geht nicht allzuviel Performance verloren UND man erhält zum Schluss eine native App für das jeweilige Zielsystem. Weiter Infos unter appcelerator.com

Aber kommen wir zurück zum Thema. Normalerweise parsed man Json Daten unter Titanium mittels

var jsonVar = JSON.parse(daten);

und erhält dann das Datenobjekt zurück. Leider funktioniert dies nur unter den iOS Geräten, nicht aber unter Android. Also wandelt man seinen Befehl folgendermaßen um:

var jsonVar = eval('(' + daten + ')');

Natürlich ist eval immer mit Vorsicht zu genießen, da hier sämtliche Befehle ohne nachzufragen ausgeführt werden. Sichert also bitte vorher in irgendeiner Form ab, dass die erhaltenen Daten keinen Schadcode enthalten. Da ihr aber in den meisten Fällen sowieso mit einer von euch bereitgestellten API auf eurem Server kommunizieren werdet, sollte dies nicht ein allzu großes Problem sein.

Eye-Fi – Wlan Bildübertragung für jede Digitalkamera

Für den geneigten (Hobby-)Fotografen ist es immer ein Graus, nach einer Fotosession erstmal per Card-Reader oder per USB Kabel dafür zu sorgen, dass die geschossenen Bilder auch auf dem Rechner landen. Es dauert immer alles irgendwie zu lange und ab und zu vergisst man dann doch mal, die noch auf der Karte befindlichen Bilder, zu kopieren.

Die Abhilfe ist Eye-Fi – kurz gesagt eine SD Speicherkarte mit integriertem Wlan. In den verschiedenen Varianten kann die Eye-Fi Karte die Bilder direkt per Push an Laptop, iOS und Android übertragen, kann anhand “sichtbarer” Wlans in der Nähe seine Position grob bestimmen (z.B. in Städten) und auch (natürlich bei vorangegangener Konfiguration) die Bilder direkt zu Flickr, Piccasa und co. selbstständig hochladen.

Sehr interessant ist auch der endless Memory Modus, den alle Varianten (außer der günstigsten) der Eye-Fi beherschen: ist der aktiviert, werden neue Bilder automatisch auf das Zielgerät übertragen und anschließend von der Karte gelöscht – man hat somit also eine “unendliche” Speicherkapazität. Natürlich ist diese auf den Speicherplatz des Zielgerätes begrenzt.

Folgendes Video zeigt das Prinzip nochmal ganz cool:

Wie man sieht, dauert die erste Verbindung kurze Zeit, danach erscheinen die Bilder recht flott nach der Erstellung auch schon auf dem Zielgerät.

Das geniale an der Karte ist, dass sehr viele Kameras unterstützt werden. Um sicher zu gehen, ob die eigene Kamera darunter ist, kann man hier nachschauen: Eye-Fi Camera Check

Die einzelnen Varianten der Karte sehen so aus (die höherwertigen Karten haben immer die gleichen Features wie die darunterliegenden Varianten):


Eye-Fi Connect X2 – die einfachste und günstigste Variante. Die Karte mit 4GB Speicher kann die Bilder und Videos per Wlan übertragen oder auch direkt auf Portale wie Flickr, Piccasa hochladen.


Eye-Fi Geo X2 – Die Geo X2 kann die Bilder wie beschrieben mittels Wlan-Ortung mit Geo-Tags versehen und ist die kleinste Variante mit endless Memory Modus.


Eye-Fi Explore X2 – die Spezialfunktion der Explore Variante ist die Möglichkeit, dass die Kamera unterwegs über definierte Hot-Spots direkt ihre Bilder hochladen kann – dazu gehören HotSpots bei Starbucks, Mc Donalds, Hotelketten, usw. Außerdem ist sie die erste Variante mit 8GB Speicherkapazität.


Eye-Fi Pro X2 – Die Pro-Variante richtet sich, wie der Name schon sagt, an professionelle Anwender. Sie unterstützt den Ad-hoc Modus – also den Betrieb ohne extra Wlan Access-Point/Router. Außerdem kann man nur mit dieser Variante neben den Jpeg Bildern auch RAW Bilder automatisiert übertragen. Mittels Plugin ist sogar eine direkte Interaktion mit Lightroom möglich.

Fazit
Obwohl ich die Karte selbst noch nicht ausprobieren konnte, haben mich die Daten und die Videos bereits überzeugt, dass das Teil echt rockt. Die nächste Investition wird auf jeden Fall die Pro-Variante sein, da ich ausschließlich auf RAW setze und die reine Jpeg-Übertragung eher als Spiellerei betrachte. Für normale Digitalkameras sind die einfachen Karten natürlich völlig ausreichend.

Links
Eye-Fi Produktseite

[App] iMediaShare – DLNA Server für iPhone und Android


Am Wochenende habe ich mich mal wieder, nur leider unfreiwillig, mit meiner Asus O!Play Mediabox beschäftigt (ich musste die Firmware neu flashen). Dabei kam ich auch mit dem Thema DLNA (Digital Living Network Alliance) in Kontakt und so kam ich auf die Idee nach entsprechenden Services auf dem iPhone zu suchen. Gesagt – getan: ich stieß auf iMediaShare.

Das Tool gibt es in einer normalen und in einer Pro-Version – ich kann derzeit noch keinen Unterschied erkennen, denn derzeit scheint die kostenlose Version den gleichen Umfang wie die Pro-Version zu haben. Mit iMediaShare kann man seine Fotos und Videos, die sich auf dem iPhone/Android befinden, per DLNA freigeben. Daneben gibt es auch die Möglichkeit, Youtube, Facebook, Picasa und co zu streamen. Und das funktioniert richtig gut. Man muss das Programm nur starten, anschließend meldet es sich bei allen Clients als Server an – also keine IP eingeben oder so Geschichten.

Der Zugriff auf Fotos und Videos funktioniert ganz einfach, da die gleiche Ordnerstruktur wie auf dem Handy auch per DLNA übertragen wird. Bei einigen Geräten kann man sogar die Steuerung übernehmen und somit Medien direkt pushen – tut man dies mit einem Bilder oder Video, so gibt das Empfangsgerät diese direkt wieder.

Richtig cool ist allerdings die Verwendung von Youtube. Sowohl mein Philips Fernseher als auch die Asus O!Play Mediabox können selbst Youtube nutzen, allerdings ist die Suche nach Videos ziemlich beschissen, da man ja keine richtige Tastatur verwenden kann. Mit iMediaShare kann man nach Videos suchen und die Ergebnisse dann direkt auf dem DLNA Client abrufen.

Aber genug beschrieben, hier mal ein Video, was das Ganze visualisiert:

In der kostenlosen Version werden automatisch alle Medien freigegeben und müssen nicht, wie im Video gezeigt, extra freigegeben werden. Achtet bitte darauf, dass man keinen Kennwortschutz oder so hat – eure Daten sind dann im Netzwerk frei verfügbar!

Ich bin echt begeistert, da das gleich auf Anhieb wunderbar geklappt hat und so das Streamen von Inhalten echt Spass macht. Leider hängen bei meinem Heimnetzwerk die FritzBox sowie ein Access-Point zwischen iPhone und Fernseher/Media Player, somit ist die Wiedergabe von HD Inhalten nicht machbar – die Bandbreite reicht einfach nicht aus. Im normalen Netzwerk mit nur einem Übergang zwischen Wlan und Netzwerk sollte das aber ohne Probleme laufen.

Wer nichts mit DLNA anfangen kann: Es handelt sich dabei um einen Zusammenschluss führender Technikunternehmen, um einen einheitlichen Standard für die Kommunikation zwischen Unterhaltungselektronik zu etablieren. Es geht dabei sowohl um das Streaming von Inhalten als auch die Steuerung der jeweiligen Geräte. Mehr zum Thema findet ihr natürlich bei Wikipedia. Ob euer Gerät den Standard unterstütz, erkennt ihr an folgendem Logo:

Mittlerweile sind alle neueren Mediengeräte DLNA-fähig – darunter fallen aktuelle Fernseher, aber auch z.B. die PS3 oder XBOX360.

Fazit
Probiert es unbedingt mal aus, mit dem Tool kann man schön seine iPhone Fotos auf dem Fernseher betrachten – und das ohne großen Aufwand. Auch die angesprochene Youtube-Funktion oder die Möglichkeit, Facebook Fotoalben zu durchstöbern, sind echt cool.

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Von Android zum iPhone

Korrekterweise müsste es natürlich “von Android zu iOS” lauten, allerdings bin ich mit dem iPad ja schon etwas länger aktiv, weshalb die Überschrift nicht mehr stimmen würde. Tja, was soll ich sagen, ich bin nun stolzer Besitzer eines iPhone 4. Warum das so lange gedauert hat? Das hat mehrere Gründe:

Zunächst war ich der Android Plattform mehr gesonnen, da ich es liebe, mich auf einem Handy austoben zu können. Man kann so ziemlich alles auf einem Android Gerät an Software austauschen, was allerdings auch eine gewisse Verantwortung mit sich bringt – das musste ich schmerzlich feststellen. Das ganze Konzept hinter dem System ist echt klasse, nur leider harpert es teilweise an der Umsetzung. Ich muss aber darauf verweisen, dass es sich lediglich um Details handelt. Nach wie vor ist Android für mich eine tolle Plattform, die locker im 3er-Gespann zwischen iOS und Web-OS locker mithalten kann.

Updates

Aber bekanntlich können auch Details irgendwann nerven. Da wäre für mich z.B. die Updatepolitik aller Hersteller, die auf Android setzen. Sie versuchen sich nicht durch Hardware zu differenzieren, sondern durch irgendwelche obskuren alternativen Homescreens. Ähnliches kennen wir bereits von Windows Mobile, wobei es sich da um Overlays und nicht um Replacements handelte. Diese alternativen Homescreens an sich sind ja sogar gewollt, nur kommen die Hersteller nicht hinterher, all ihre zusätzlichen Features an die immer neuen Android-Versionen anzupassen.

Was passiert? Es werden mehrere Updates übersprungen bzw. es erscheint für die meisten Geräte gar kein Update mehr. Einzig Google selbst bringt die neuen Android Versionen für sein eigenes Flaggschiff, das Nexus One, zeitnah. Für alle anderen Hersteller gilt: neues Handy kaufen, dann gibt’s auch die nächste Android-Version.

Für Apples Seite muss man hier ganz klar ein Lob aussprechen. Bisher haben alle Geräte, die iOS verwenden, regelmäßig Updates erhalten. Mit iOS 4.0 sind nun erstmals das iPhone 2G sowie der erste iPod Touch rausgefallen, und das rein aus Gründen mangelnder Hardware. Hier können sich eigentlich ALLE Handyhersteller eine Scheibe von abschneiden. Denn meines Wissens gab’s das bisher in dieser Form noch nie.

Apps

Ein weiterer sehr unangenehmer Punkt ist der Android Market. Ja, alle schimpfen über den Apple App Store und die “Bevormundung”, ich muss allerdings dazu sagen, dass ich diese wesentlich lieber in Kauf nehme, als mich durch Schrott zu wühlen. Apps, die nur auf Handys bestimmter Hersteller laufen, Apps, die überhaupt nicht funktionieren, und Apps, die noch nicht mal die Bezeichnung Applikation verdient haben. Offenheit hat viele Vorteile, aber für mich als Endverbraucher sehe ich da leider zum größten Teil Nachteile.

Pluspunkte sammelt der Android Market aber auf der technischen Seite. Sowohl die Installation neuer Software als auch das Einspielen von Updates ist hier wesentlich besser als beim Appstore gelöst. Sofern man sich auf die Apps großer Hersteller verlässt fährt man mit Android also ziemlich gut. Der Apple Appstore ist leider komplett auf “Geld verdienen” ausgelegt, was man ihm auch anmerkt. Ich verstehe natürlich, dass diese Einnahmequelle sehr wichtig ist, auf mich wirkt der Aufbau des Stores aber eher anstrengend. Also hier nochmal wirklich deutlich Minuspunkte für Apple.

Betriebssystem

Der dritte und für mich wichtigste Punkt ist der Umgang mit Multitasking bzw. dem Betriebssystem selbst. Rein von der Gui und den Funktionen her liegt Android hier wesentlich vorn (ich sag nur Homescreen und Widgets), verspielt diesen Vorteil jedoch, zumindest meiner Meinung nach, durch das “echte” Multitasking. Klar, die Programme laufen wirklich parallel, die Frage ist nur, ob man das wirklich will und wie Hardware + Software darauf regieren. Meine personliche Erfahrung ist hier ganz klar: geht überhaupt nicht. Sowohl mein HTC Magic als auch das (zumindest vor einem halben Jahr noch) als Flaggschiff bezeichnete Motorola Milestone haben nicht meinen Ansprüchen vom “flüssigen Arbeiten” genügt.

Das hat natürlich damit zu tun, dass ich als “Poweruser” die Geräte anders verwende als vielleicht ein “normaler” User, was für mich aber keine Rolle spielt. Bietet mir ein System bestimmte Möglichkeiten, dann möchte ich die auch zu einem gewissen Grad nutzen. Erlebe ich dann jedoch, dass ein Gerät aufgrund dessen öfter mehrere Sekunden lang hängt, läuft meiner Meinung nach etwas falsch. Mag sein, dass das bei den neuen Sternen am Himmel wie dem Desire oder Galaxy anders ist, aber das interessiert mich nicht mehr. Nach ca. eineinhalb Jahren Android habe ich das Vertrauen verloren und versuche es nun am nächsten Stand.

Apple hat hier genau den richtigen Weg gewählt, indem auf ein simuliertes Multitasking gesetzt wird. Effektiv wird jede App, die nicht im Vordergrund läuft, pausiert – sie kann aber weiterhin auf Events reagieren, Töne/Musik abspielen usw., was der User so effektiv nicht bemerkt. Meiner Meinung nach ist das der derzeit einzig wahre Weg, auf mobilen Geräten Multitasking zu ermöglichen.

Der Homescreen auf iOS ist echt schwach, wenn man von Android kommt. Ich hoffe wirklich sehr, dass Steve sich da was einfallen lässt. Aber auch hier könnte ich mir vorstellen, das man mit der derzeitigen Oberfläche einige wesentlich Performance-Probleme umgehen will.

Fazit

Ich bin nach den drei Tagen Nutzung schon sehr zufrieden mit meinem neuen iPhone 4. Es fühlt sich einfach super an, die anti-Fettfinger-Schicht auf dem Display ist Gold wert und es ist vor allem eins: super schnell. Die Akkulaufzeit überzeugt mich derzeit noch nicht, wobei man das natürlich erst nach ein paar Ladezyklen wirklich beurteilen kann. An die Gui und das System an sich muss ich mich erst noch gewöhnen, denke aber, dass ich mich schnell umstellen kann. Einzig das Tastaturlayout bereitet mir wirklich Probleme, da ich wahrscheinlich einer der wenigen Menschen bin, die auch mal einen Punkt oder ein Komma setzen wollen. Usability ist in der Hinsicht leider null. Dafür entschädigt die Tastatur mit ihrem exzellenten Touch-Verhalten.