Wikileaks? Finde ich gut!

Gestern war ja nun mal wieder ein großer Release Tag bei Wikileaks und heraus kamen 250.000 Dokumente aus dem diplomatischen Umfeld der USA. Letztendlich handelt es sich bei den Dokumenten größtenteils um Einschätzungen anderer Regierungen.

In den Medien und auch von der amerikanischen Regierung kam wieder die übliche Kritik auf – das alles sei unverantwortlich und ein Verbrechen, da durch die Veröffentlichungen Menschenleben gefährdet würden.

Ich persönlich finde die Arbeit von Wikileaks sehr gut, da die Plattform in der heutigen Zeit eines der wenigen verbleibenden Mittel für Transparenz von Politik darstellt. Warum sehe ich das so? Wir leben in einer völlig verdrehten Welt, in der Politik und “normale Menschen” in unterschiedlichen Ebenen leben. Um es nochmal klar zu machen: Demokratie bedeutet Herrschaft durch das Volk – in unserem Fall durch gewählte Vertreter. Was wir aber erleben, ist, dass es zwar noch Wahlen gibt, die Politiker aber, und das alle durch die Bank weg, zu großen Teilen das Gegenteil von dem machen, was sich das Volk wünscht. Sicher kann man sich nicht immer nach jedem einzelnen richten, aber wenn eine kritische Masse erreicht ist, dann sollte deren Willen respektiert und vor allem auch umgesetzt werden.

Und was hat das mit Wikileaks zu tun? Nur indirekt, weil wir nämlich noch ein weiteres Problem haben. Noch immer sind Demokratien so stark, dass wenn wirklich mal etwas schief läuft, das Volk sich noch durchsetzen kann. An dieser Stelle kommen wir zu dem Punkt Information. Denn man kennt den Spruch: was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Und genau das passiert – man sehe sich nur mal die Themen ACTA, verlängerte Atomkraftwerk-Laufzeiten (die ich jedoch gut finde..) usw. an.

Es wird über Themen beraten und entschieden, die das Volk betreffen, jedoch wird dies unter Ausschluss der Öffentlichkeit getan. Auch Themen wie Nebeneinkommen von Politikern usw. wurden und werden nicht gerne kommuniziert. All dies sind Themen, bei denen versucht wird, sie vor der breiten Masse geheim zu halten. Und genau an dieser Stelle tritt Wikileaks auf. Sie geben unkommentierte, nur grob geschwärzte Dokumente an die Bevölkerung dieser Erde zurück. Und sie tun das nicht, weil sie jemanden in die Pfanne hauen wollen, sondern nur, um jedem die Möglichkeit zu geben, sich selbst ein Bild zu machen.

Die Aufgabe der Medien ist nun, die Daten entsprechend auszuwerten und aufzubereiten, damit der normale Bürger auch seine Schlüsse daraus ziehen kann. Das tolle an der Sache ist nämlich, dass die Quellen nun öffentlich sind, was die Medien dazu zwingt, die Wahrheit zu sagen. Und anhand des Spiegels kann man sehen, dass sie das scheinbar auch gerne machen.

Wie steht ihr zu dem Thema? Liege ich völlig falsch und gehe zu naiv an die Sache ran?

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bytelude

Softwareentwickler, Technik Fanatiker, Apple Fan, Kinoliebhaber, Prokrastinations-Spezialist

7 thoughts on “Wikileaks? Finde ich gut!”

  1. dieses veröffentlichte Material könnte vielleicht gefährlich werden. Klar ist es gut, das die Wahrheit herausgekommen ist, aber es gibt Leute/Länder die mit solch einer Wahrheit nicht umgehen können und durchaus ein Problem draus machen. Es gibt halt immer zwei Seiten der Medaille – manche Sachen sollten aber vielleicht doch zurückgehalten werden…

    1. Aber ist das denn bei diesen Inhalten wirklich so? Mir scheint es eher so, dass es sich da größtenteils um Banalitäten handelt. Und selbst wenn es kritische Inhalte gibt: jeder gute Geheimdienst hat diese Infos sowieso bereits.

  2. Nur mal so am Rande: Warum findest du AKW-Laufzeitverlängerung gut?

    Schaut man sich die Situation an, kann ich nicht verstehen, dass dies nötig ist (zumal Atomkraft aus Sicht der Allgemeinheit per se “unbezahlbar” ist)

    Nur mal so ein (allerdings oft zitiertes) Gedankenspiel: für jede erzeugende Energiequelle tritt eine Instanz ein, die, im Falle eines Ausfalls, Versagens oder Störfalls, für den Schaden aufkommt. Die dabei entstehenden Kosten sind zumeist mit einer Summe X in einer bestehenden Versicherung Y abgedeckt und werden auf die Erzeugungskosten aufgerechnet

    Wie schaut das ganze nun mit Atomkraft aus? Wer versichert, im Falle eines Super-GAUs, den Staat, die Nachbarstaaten, ja, alle betroffenen?

    Hm, unterm Strich: niemand – der Staat muss für entstehende Kosten eintreten. Versicherungen im Großen und Ganzen könnten durch die Versorger gar nicht bezahlt werden.

    Und die Entsorgung… naja, das Verfahren für die Überführung in die “Pollux”-Behälter ist nach meinem Kenntnisstand noch nichtmal erfunden…

    Allerdings muss man auch klipp und klar sagen: Solarenergie, Windkraft, Pumpspeicherkraftwerke und wie sie nicht alle heißen, sind auch nciht das gelbe vom Ei. Allerdings ist der dabei mögliche Schaden bei weitem geringer.. und selbst dann, wenn man sich Gedanken über das Recycling von beispielsweise Solarmodulen macht (bei einer Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren werden wir in den kommenden 5 bis 10 Jahren die ersten richtig grossen “Wellen” an Schrottmodulen bekommen… und nun schaue man sich an, was in diesem Modulen alles an Giftstoffen steckt…) wird mir nicht wirklich wohl…

    Und das nennt sich “grüner Strom”..

    Ich bin zwar sonst nur eifriger Leser und mein Kommentar passt sicherlich nicht ganz zum Thema, aber manchmal muss man auch seine zwei Cent bestimmten Aussagen geben..

    Davon mal ab und zurück zum Thema: die Kraft der Masse kann man mit gezielter Manipulation stark schwächen. Dazu fällt mir nur ein Jugendwort des Jahres 2010 ein (heute frisch im Radio gehört): Niveaulimbo (http://www.jugendwort.de/)

    Was soll man dazu noch sagen… Objektive Berichterstattung? Naja, unsere Gebühren für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk sind doch immer wieder gut investiert. Oh warte, “Sturm der Liebe” läuft grade, ich muss dann mal wieder….

    Just my two cents…

    1. Kein Ding, das gehört zum Blog dazu 😉

      Zum Thema: ich bin für Atomkraft, weil sie die derzeit sauberste Möglichkeit ist, Strom zu erzeugen. Ja, das Müllproblem ist derzeit noch immer kritisch, aber im Verhältnis zu anderen Technologien ist das immernoch relativ wenig.

      Warum sehe ich das so? Ganz einfach: wenn wir die Kraftwerke nicht betreiben, dann machen das die Länder um uns herum – unter anderem die Ostblockländer. Und ehrlich gesagt ist mir da wesentlich lieber, wenn wir diese Kraftwerke betreiben, als wenn das Polen, Tschechen und Co. machen. Wenn dort ein Kraftwerk in die Luft fliegt, dann bekommen wir das genauso voll ab als wenn es hier bei uns betrieben wird.

      Ich denke, dass man das Müllproblem zeitnah lösen wird – und wenn nicht dann schießen wir das Zeug eben ins All. Ja ich weiß, das klingt naiv – aber bei dem Thema muss man einfach optimistisch sein.

      1. OK, ein nette Antwort, auf die ich, ohne abwertend wirken zu wollen, mit einem großen und doch verbitterten Lachen antworten muss.

        Doch zunächst die Fakten:
        Wodurch definiert sich saubere Energie?

        Nun, im allgemeinen versteht man darutner Ökostrom, also Strom, der aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen wird. In wie weit sich das ganze tatsächlich als “sauber” darstellt, sei mal dahin gestellt und im wörtlichen Sinne ist Strom aus Gülle sicherlich nicht sauber und die Energiebilanz ist sicherlich alles andere als rosig… allerdings mag dies zum Teil auch daher rühren, dass die Felder (und niemand möchte den Bauern dies verübeln) durch dieselfressenden Landwirtschaftsmaschinen bestellt werden.

        Dies (der Ökostrom/saubere Energie) wiederspricht ja der von dir aufgestellten These, da Atomstrom in dem Sinne nicht sauber (also erneuerbar ist).

        Doch zu den Fakten: Ökostrom weist das Problem auf, dass viele Schritte “ausgeblendet” werden, wodurch die vielgelobte Sauberkeit wieder ad absurdum geführt wird (Diesel als erster Schritt in der Produktionskette bei Biogasanlagen (Eggen, Säen, Ernten), Fischsterben bei Pumpspeicherkraftwerken/Wasserkraftwerken, Vogelsterben bei Windkraft, Recycling bei Solarstrom).

        Dies würde per se natürlich für Atomstrom sprechen. Dieser wird im AKW durch die Kernspaltung gewonnen und das einzige was am Ende übrig bleibt, der “Atommüll” muss nur noch unter die Erde gebracht werden.

        Leider ist das ganze nicht so rosig: einerseits wird während des Betriebs eines AKWs eine enorme Menge an Wärem ungenutzt an die umliegende Flüsse abgegeben (*IRONIE* wo sonst kann man bei 24° Wassertemperatur im Winter im Fluss baden *IRONIE*). Dies führt zu einer enomren Belastung des Ökosystems Fluss (auch wenn das Wasser nicht durch Strahlen belastet ist – getrennten Kühlkreisläufen sei dank).
        Jedoch werden die ausgebrannten Brennelemente in Wideraufbereitungsanlagen erneut angereichert, um für eine weitere Verwendung in Kraftwerken nutzbar zu sein. Nur stellt keiner die Frage, welche Kontamination für Land und Leute von diesen Anlagen ausgeht (eine Recherche bei Google über z.B. La Hague ist diesbezüglich sehr informativ)

        Zum anderen gibt es die Strahlung, die trotz Schirmung von den AKWs ausgeht. Ich als Familienvater würde ungern meine Kinder neben einem AKW aufwachsen sehen und aktuelle Gesundheitsstatistiken zeigen die Gründe dafür auf: stark erhöhtes Krebsrisiko vor allem bei Kindern in diesen Gebieten. Das dies ein Zufall ist, halte ich für nicht besonders glaubhaft.
        Und Abschirmen ist gar nicth so leicht (Stichwort: Halbwertsdicke!)

        Punkt drei ist eine Aussage, die ich ebenfalls als Familienvater so vertreten kann: wir alle haben die Erde nur von unseren Kindern geerbt. Davon ausgehend, dass die Generation unserer Eltern und auch wir selbst die Ressourcen in der heutigen Zeit mit dem aktuellen Tempo mehr und mehr verschwenden und mehr und mehr Müll produzieren sind wir diesen Erbes ehrlich gesagt nicht würdig.
        Betrachtet man nun die Jahresangaben, die gesetzlich vorgeschrieben sind, um den Atommüll einzulagern, so sind Zahlen wie “Eine Million Jahre” (!!!) geradezu lächerlich. Wir (hier und heute!) produzieren den Müll, über den unsere Kinder und Kindeskinder in hunderttausenden von Jahren noch stolpern werden… und keiner kann heutzutage sagen, dass die aktuellen Gesetzte bis dato noch ihre Gültigkeit bewahren (und selbst wenn: wer soll dagegen klagen, wenn die Verursacher schon längst nichtmehr existieren)

        Was kann man tun?
        Die Alternative, nämlich, dass der Atommüll (und auch der gesamte andere “Wohlstandsmüll) in Dritte Welt-Ländern verklappt wird, die sich nicht währen können, ist auch keine Option….

        …und die Alternative, diesen Müll in den Weltraum zu jagen… hmm

        Nur zum Nachdenken: wir setzen unseren Atommüll auf eine “kontrollierte” Bombe, die diesen über die Atmosphäre hinaus “auf den Mond schiessen” soll… Und dabei darf dann kein “Incident” auftreten…
        Hm, da spiele ich lieber Lotto…

        …und mist, jetzt habe ich doch noch heute geantwortet…

        ..das ist aber auch ein Reizthema…

        1. Ok, das ist dann ein Definitionsproblem meinerseits. Für mich bedeutet sauber, dass erstmal keine direkten Abgase bzw. Schadstoffe in die Umwelt gelangen.

          Du hast ja auch recht mit deinen Aussagen, aber wir haben nunmal das Problem, dass wir nur zwischen Pest und Cholera wählen können. Alle derzeitigen Energieerzeugungsverfahren sind auf die eine oder andere Art “schmutzig” – entweder in der Herstellung, im Betrieb oder danach. Und für mich persönlich ist da die Kernkraft derzeit die sinnvollste Zwischenlösung. Alle anderen Systeme sind entweder zu ineffizient oder zu extrem in der Verschmutzung.

        2. Und zu Thema Müll in den Weltraum: Ich bin großer Fan eines Weltraumfahrstuhls – mit dem wird die Gefahr eines Incidents gegen Null gehen. Rakete oder Shuttle wäre mir derzeit auch noch zu heikel. Aber ein paar Jahre haben wir ja noch Zeit 😉

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