Warum ich nichts von einheitlichen Handyladegeräten halte

Die feinen Herren aus Brüssel pochen mal wieder darauf, dass doch alle Handyhersteller die bereits verabschiedete Vorgabe, einheitliche Ladegeräte (mit dem furchtbaren Micro-USB Stecker) zu verwenden, umsetzen sollen. Wenn man die Berichte dazu verfolgt, liest man schnell heraus, dass es angeblich nur um Apple geht, die sich nicht daran halten. Was so nicht ganz stimmt, denn sie bieten seit Verabschiedung durch die EU entsprechende Micro-USB Adapter – die ihren Geräten natürlich nicht beiliegen und extra gekauft werden müssen.

An sich ist die Vorgabe ja auch ganz sinnvoll, denn so kann man überall sein Handy laden und ist nicht auf spezielle Stecker angewiesen. Das Problem ist aber: Micro-USB ist ein furchtbarer Stecker, den man erstmal richtig herum in die entsprechende Buchse bekommen muss und der keinesfalls einen stabilen Eindruck auf mich macht. Man sollte sich im Vergleich dazu mal den Lightning Stecker von Apple ansehen…

Aber selbst wenn Lightning als Standard zugelassen und für alle Hersteller verbindlich wird, ist das nicht gut. Gäbe es diese Vorgabe schon länger, dann hätte es viele innovative Dinge nicht gegeben. Man denke nur an das viele Zubehör, welches man an den 30-Pin Stecker von Apple hängen konnte. Das wäre mit normalem USB in der Form nur deutlich schwerer und vor allem teurer möglich gewesen. Eine zentrale Vorgabe, wie ein Stecker auszusehen hat, führt nur dazu, dass Innovationen unterbunden oder eigene Frickellösungen etabliert werden – siehe Samsung mit ihren proprietären Steckerkombinationen, die parallel auch noch Video übertragen können. Das ist alles nicht zielführend.

Weiter geht es mit den Ladegeräten – selbst wenn alle Micro-USB verwenden, ist noch lange nicht gesagt, dass das Handy oder Tablet geladen werden kann. Es sind extrem viele Billigladegeräte auf dem Markt, die einfach nicht die geforderte Leistung bereitstellen können. Oder das Handy braucht deutlich länger, um geladen zu werden. Die Vorgaben der EU, die sicher einen sinnvollen Hintergrund hatten, werden damit auch nicht wirklich erfüllt.

Wenn es wirklich mal gemeinsame Ladegeräte geben soll, dann muss das von den Herstellern selbst kommen – und sind wir mal ehrlich, das ist mehr als unrealistisch. Leider.

Was haltet ihr von dem Thema?

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bytelude

Softwareentwickler, Technik Fanatiker, Apple Fan, Kinoliebhaber, Prokrastinations-Spezialist

3 thoughts on “Warum ich nichts von einheitlichen Handyladegeräten halte”

    1. Leider hast du keine Kommentarfunktion, also Anwort hier: einheitliche Stecker sind sehr wohl innovationshemmend. Das besondere an Apples 30 Pin Stecker war nicht, dass es super viel Zubehör dafür gibt. Die Besonderheit war eher, dass er auf den verschiedenen Pins bereits fertige Signale für analog Audio, Video, Steuerung des Geräts usw. ermöglicht hat. Mit einem zentralen USB Stecker geht das so nicht mehr – es sei denn, dass angesteckte Gerät kann selber als USB Host agieren. Dann muss es aber auch Treiber für alle Geräte vorhalten, die verbunden werden können. Leider hat Apple nun die Entscheidung getroffen, auch auf einen Stecker (Lightning) zu wechseln, der aktive Gegenstücke benötigt. Ich denke aber nicht, dass ein Hersteller zu derartigen Entscheidungen gezwungen werden sollte.

      Mit dem einheitlichen Stecker ist es nun auch nicht mehr möglich, mal eben eine deutlich schnellere Schnittstelle zu verwenden – man ist derzeit auf USB 2.0 festgelegt und muss warten, bis alle anderen Hersteller nachziehen.

      Ich bleibe dabei: die Idee des einheitlichen Steckers ist sehr gut, aber in der Umsetzung kommen zwangsläufig Nachteile auf…

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