Raubkopierer sind die besseren Kinogänger

Bitte versteht die Überschrift nicht falsch – und zur Erklärung nochmal folgendes: ich gehe fast wöchentlich und teilweise sogar mehrmals pro Woche ins Kino, und auch zu Hause kommen Filme nicht aus irgendwelchen dubiosen Quellen, sondern per legalem Maxdome Account oder von DVD. Es ist traurig genug, dass ich das hier klarstellen muss, will mir aber auch nichts nachsagen lassen.

Doch kommen wir zu eigentlichen Punkt: ich fühle mich als ehrlicher Kunde verarscht. Mit meinem Verhalten stelle ich doch eigentlich den idealen Kunden der Film-&Kinoindustrie dar. Und trotzdem werde ich mit folgendem belohnt:
– Kinosäle, bei denen man mindestens in Reihe 5 (von unten an gezählt) sitzen muss, um dem Film noch folgen zu können – alle Reihen davor sind ehrlich gesagt Verarsche.

– mit Sound, der mal zu leise, mal zu laut, teilweise mit ganz ohne Bass bzw. einer lächerlichen Variante davon serviert wird

– unscharfes Bild – vor allem bei 3D Filmen

– mit bei Filmbeginn weiterhin eingeschaltem Licht

– völlig überlasteten “Fressständen”, bei denen man 20 Minuten Wartezeit einplanen muss, weil nur 2 von 5 Kassen besetzt sind – und das wohlgemerkt zum Kinotag

-usw…

Ich frage mich ernsthaft, mit welchem Qualitätsstandard die Betreiber an die Sache gehen. Warum kann man da nicht mal ein bisschen Liebe investieren? Übrigens hatte ich dieses Erlebnis in 4 unterschiedlichen Kinos von unterschiedlichen Betreiberketten (in und um München, also keine “billige” Gegend). Bei anderen Vorstellungen lief in den gleichen Kinos wieder alles reibungslos. Ich verstehe also nicht, wo genau das Problem liegt. Ist es zu viel verlangt, bei Filmbeginn noch kurz im Saal zu bleiben und zu prüfen, ob alles von Bild und Sound her passt? Ist es wirklich nötig die untersten Sitz-Reihen überhaupt zu installieren bzw. dann noch zum gleichen Preis wie die restlichen Reihen anzubieten?

Ich denke nein. Und mittlerweile kann ich verstehen, wenn sich Filmfreunde ein Heimkinosystem anschaffen, und, da sie trotzdem nicht auf die neuesten Filme verzichten wollen, diese über dubiose Quellen besorgen. Ich bin überzeugt, dass gute Filme im Kino angeschaut werden sollten, aber wenn ich dann schon Geld auf den Tisch lege, dann erwarte ich auch die entsprechende Gegenleistung.

Raikko XS Vacuum Speaker – der aktive Minilautsprecher

Sorry, dass diese Woche etwas mau an Beiträgen war, aber mein Beschäftigungsgrad war zu hoch, um auch noch bloggen zu können 😉

Aber kommen wir zum Thema. Anfang der Woche wurde nicht nur mein Internetanschluss von DSL2000 auf 32.000 per Kabelnetz angehoben, nein, ich erhielt auch eine meiner Amazon Bestellungen: den Raikko XS Vacuum Speaker.

Warum kaufe ich mir einen Minilautsprecher?

Ich bin leidenschaftlicher Podcast-Hörer. Im Gegensatz z.B. zum Motorola Milestone hat das iPhone einen relativ leisen Lautsprecher, wenn man darüber Musik oder Podcasts hören will. Da ich auch z.B. beim entspannten Bad dem Chaosradio, der Raumzeit oder den Jungs von Bits und so lausche und die Geräuschkulisse nicht gerade optimal ist, dann versteht man leider sehr schlecht, was da so gesprochen wird. Nun kann man natürlich nen kleinen passiven Lautsprecher dranhängen, der rein vom Größenunterschied sicher ein bisschen mehr Druck erzeugt als die Minivariante im iPhone, aber ich wollte auf Nummer sicher gehen. Also habe ich mich für eine aktive Variante entschieden – sprich: ein Lautsprecher mit eingebautem Verstärker.

Technische Daten und Soundqualität

Nach einer kurzen Recherche bei Amazon stieß ich auf das kleine Klangwunder von Raikko. Mit seinem eingebauten 1,7 Watt Akku kann man für 4-6 Stunden (Herstellerangabe) einer, für die kleinen Ausmaße, sehr beachtlichen Soundqualität lauschen. Als ich das kleine Teil auspackte, war ich erstmal enttäuscht, wohl einen Fehlkauf getätigt zu haben. Nach einem kurzen Test stellte sich das äußerst schnell als Fehlurteil heraus.

Ich hätte nie gedacht, dass das Teil eine derart gute Soundqualität mit Ansätzen von Bass liefern kann. Vor allem gesprochene Podcasts klingen sehr gut und man versteht jedes einzelne Wort. Auch Musik klingt sehr gut und vor allem kräftig. Sicher ersetzt der Raikko keine Hifi-Anlage, aber das ist ja auch gar nicht das Anwendungsgebiet. Durch die sehr geringe Größe kann man das Teil immer dabei haben. Der 3,5 Klinke Stecker ermöglicht es außerdem, jede beliebige Audioquelle anzuschließen.

Der Clou ist, dass man die Intensität des Sounds auf ganz analoge Weise beeinflussen kann. Lässt man den XS Vacuum Speaker zugeklappt, dann fehlt jeglicher Bass, klappt man ihn auf, dann nimmt der Sound sofort an Kraft zu, da das Volumen des Klangkörpers größer wird.

Durch die rutschfesten Gummifüße hält der Lautsprecher auch auf emaillierten Waschbeckenrändern.

Im Lieferumfang ist der Lautsprecher selbst, eine Tasche und ein kombiniertes USB und 3,5mm Klinkekabel dabei, welches zum Aufladen des Akkus und natürlich zum Anschluss von Audioquellen dient.

Alternativen
Wem die Akkulaufzeit zu gering ist, der kann auch auf den Raikko Nano Vacuum Speaker umsteigen. Neben einer Akkulaufzeit von 8-12 Stunden verfügt er über den Buddy-Plug – per eingebautem Klinkekabel kann man mehrere Nano Vacuum Speaker zu einer Einheit zusammenschließen.

Wer es dann richtig auf die Spitze treiben will, der kann sich den Raikko 2XL Vacuum Speaker anschauen – für 34€ bekommt man gleich 2 Lautsprecher, die per Bluetooth kommunizieren und echten Stereo Sound bieten. Außerdem sind die Füße magnetisch und halten so an noch mehr Oberflächen.

Fazit
Für einen Preis von 16€ kann man eigentlich nicht viel falsch machen – und diese Annahme wurde noch übertroffen. Ich war echt baff und kann jeden, der eine kompakte Alternative zum Kopfhörer sucht, den Raikko XS Vacuum Speaker empfehlen. Man sieht mal wieder: deutsche Wertarbeit zahlt sich aus.

Links
Herstellerseite

ein Liebesbeweis an die deutsche Sprache

via http://blog.beetlebum.de

Leute, ich muss es mal loswerden: ich schau mir weder Filme im englischen Original an, noch lese ich englische Bücher (Ausnahme bilden Fachbücher). Unsere deutsche Sprache ist eine der schönsten Sprachen dieser Erde, die so viele Feinheiten und Möglichkeiten des Ausdrucks mit sich bringt – warum soll ich mir den Inhalt dann in einer extrem simplen Sprache wie Englisch anschauen? Jaja, die “Witze” und der “Inhalt” kommt da viel besser rüber – alles Quatsch. Ich habe bisher noch jede Story gut verstehen können und bin fast immer mit der Synchronstimme zufrieden. Also was soll der Mist?

Bei mir kommt der Eindruck auf, dass dieses Gerede ein Mittel zum elitären Gefühl für diese Personen ist. Besonders aus der Studenten-Ecke kommen ja immer wieder diese Aussagen – wenn man dann entgegnet, dass einem die deutsche Version reicht, wird man meist belächelt. Wie seht ihr das? Bin ich der einzige mit dieser Meinung?

Fahrrad Spikes / Schneeketten selber machen

Für uns sind die kalten und verschneiten Zeiten endlich wieder vorbei, aber schneller als man sich versieht, ist es wieder so weit. Wer dann noch mit dem Fahrrad unterwegs ist, wird mit physikalisch bedingt sehr geringer Haftung seiner Reifen zu kämpfen haben.

Was tut man dagegen? Richtig! Die Allzweckwaffe des Technikers zur Hilfe nehmen – den Kabelbinder:

via inhabitat.com

Das Internet als Gesellschaftsbetriebssystem

Muss man nicht viel zu sagen – ein tolles Beispiel, wie man gut präsentiert und ein sehr umfangreiches Thema lustig und doch interessant rüberbringt: Der Vortrag von Gunter Dueck auf der re:publica 2011.

Kracher-Zitat: “Wenn Sie Lehrer sind z.B. …. Sie haben nichts mehr.”

via derwebarchitekt.de

It gets better – für mehr Toleranz

Ein Thema, welches in der heutigen Zeit leider noch immer einen äußerst negativen Touch hat, ist die Homosexualität. Ich selbst hatte noch nie ein Problem mit Schwulen und Lesben und das wird sich auch nicht ändern. Scheinbar sind aber noch sehr viele Menschen der Ansicht, ihr – bei diesem Thema leider stark durch Religionen verzerrtes – Weltbild anderen aufzwingen zu müssen. Hinzu kommt, dass vielen Kindern Homosexualität von vornherein als falsch eingetrichtert wird. Das bedeutet für die Betroffenen sehr viel Leid – Selbstmordgedanken und auch ihre Umsetzung sind leider keine Seltenheit.

Die Frage ist doch: ist es ein Menschenleben wert, die eigene Meinung aufzudrücken? Ich denke nicht.

Das “It Gets Better Project” ist eine Initiative, welches es sich zur Aufgabe gemacht hat, positive Aufklärung zu betreiben. Gestartet wurde das Projekt durch Dan Savage, einem Kolumnisten und Autor, der mit seinem Partner Terry im September 2010 ein Video bei Youtube eingestellt hatte, welches jungen Menschen in der Situation vor dem Coming Out helfen sollte.

Das Video erfreute sich großer Beliebtheit und 2 Monate später begann die Bewegung “It Gets Better” weltweit Verbreitung zu finden – mit über 10.000 entsprechenden von Usern kreierten Videos. Die neuste Entwicklung ist nun, dass sich auch Berühmtheiten mit eigenen Videos beteiligt haben – darunter bekannte Namen wie Barack Obama, Hillary Clinton, Colin Farrell und Ke$ha. Mittlerweile beteiligen sich auch große Firmen wie Apple, Google, Pixar, Facebook usw. Und dabei kamen folgende, wunderbare Videos heraus, die wirklich ergreifende persönliche Geschichten erzählen:

Das Ziel des Projekts sollte natürlich eine maximale Verbreitung sein – daher auch diese Post. Ich würde mich freuen, wenn ihr zur Weiterverbreitung beitragen würdet – seht es also auch gerne als Blog-Stöckchen!

Links
it gets better project

Xbox 360 Games/Spiele tauschen

Heut schreibe ich mal wieder nen Beitrag in eigenem Sinne: ich möchte gerne ein paar Xbox 360 Spiele tauschen. Dafür liste ich hier die Spiele auf, die ich anzubieten habe. Darunter findet ihr die Liste mit Games, die ich gern im Gegenzug haben möchte. Falls etwas für euch dabei ist, meldet euch per Kommentar oder per Mail.

Ich habe folgende Games im Angebot:
GTA IV (FSK 18)
GTA IV – Liberty City Storys (FSK 18)
Operation Flashpoint – Dragon Rising (FSK 18)
Mafia 2 (FSK 18)
Kayne&Lynch 2 (FSK 18)
Call of Duty 4 (FSK 18)
Lost Planet (FSK 16)
Stranglehold (FSK 18)
Assasins Creed (FSK 16)
James Bond – ein Quantom Trost (FSK 16)
Quake 4 (FSK 16)

Ich würde gerne gegen folgende Games tauschen:

Red Dead Redemption
Call of Duty 7
Fallout 3 Add Ons (hab bisher nur das Original)
Fallout – New Vegas
Homefront
Overlord 1&2
Half-Life 2: The Orange Box
Tom Clancy’s Ghost Recon – Advanced Warfighter 1 & 2
F1 2010 – Formula 1
Need for Speed: Hot Pursuit
Mass Effect 1 & 2
Halo: Reach
Bulletstorm
Metro 2033
Tom Clancy’s Splinter Cell: Conviction
Medal of Honor (das aktuelle)
Saboteur
Crysis 2

6. Geburtstag von Caschys Blog

Es ist schön zu sehen, das sich viele deutsche Blogs etablieren/etabliert haben und auch über lange Zeit aktiv bleiben. Einer der großen deutschen A-Blogger ist Carsten “Caschy” Knobloch. Mit seinem Blog stadt-bremerhaven.de feiert er nun bereits 6. Jubiläum und veranstaltet zur Feier des Tages ein großes Gewinnspiel. Dazu hat er all seine Kontakte abgeklappert und ein paar beachtliche Preise angehäuft.

Und wie es bei solchen Gewinnspielen so ist, darf ich da natürlich nicht fehlen – es gibt wohl niemanden, der sich nicht über ein Geschenk freut, oder? Zu den Highlights gehören ein iPad, kabellose Lautsprecher, eine Senseo Kaffeemaschine, ein Blackberry, ein Medion Gamernotebook (eigentlich keine tolle Marke, aber die technischen Daten von dem Teil sind der Hammer), elektrische Rasierer, usw. Auf jeden Fall sehr interessante Produkte…

Wenn ihr auch mitmachen wollt, dann schaut euch Carstens Blogbeitrag doch einfach mal an. Ihr habt die Möglichkeit, per Kommentar in einem extra dafür eingerichteten Formular, einem Tweet und/oder einem Blogeintrag teilzunehmen. Das Gewinnspiel läuft über ein Lossystem, d.h., es gibt keine feste Reihenfolge der Gewinne. Für einen Kommentar gibts 1 Los, für den Tweet 3 Lose und für den Blogpost ganze 7 Lose. Insgesamt könnt ihr so auf max. 11 Lose kommen – was die Gewinnchance natürlich deutlich steigert.

Das Startup

Venture Capital in Regression

Nachdem meine Karriere sich gerade im Umbruch befindet, muss ich mal ein paar Gedanken loswerden, die ich in den letzten 1,5 Jahren zum Thema Startup gesammelt habe.

Gemeinhin kann man zweierlei unter dem Begriff “Startup” verstehen: zum einen einfach eine neu gegründete Firma, oder aber, und dass ist die umgangssprachliche Definition, ein durch Investoren gestützes Unternehmen, welches fast immer irgendwie mit dem Internet zu tun hat. Hier in Deutschland ist für mich eigentlich nur die zweite Definition interessant, da man hier sonst einfach das Wort “Existensgründung” verwendet. Aber gut, genug der Definitionen.

Nach meiner Ausbildung stand ich vor der Entscheidung, in welche Richtung meine Karriere verlaufen sollte: entweder ich wechsle in ein anderes großes bzw. etabliertes Unternehmen, füge mich in das Team ein und lerne, wie dort gearbeitet wird – oder ich finde ein Unternehmen, welches sich gerade im Aufbau befindet, noch keine IT hat und jemanden braucht, der diese aufbaut. Um schneller vorran zu kommen erschien mir Variante 2 am Besten – was sich auch bewahrheitet hat. Zu diesem Zeitpunkt fand ich es auch extrem spannend, in so einem Startup zu arbeiten, denn die Atmosphäre war extrem gut. Ich wurde sofort als kompetenter Mitarbeiter anerkannt und konnte mich schnell verwirklichen. Das zu den positiven Seiten.

Denn was ich nicht so richtig bedacht bzw. beachtet hatte, war, dass ein Großteil deutscher Startups einfach nur Kopien von Konzepten aus den USA sind – auch Copycat genannt. Wie gesagt, das betrifft nicht alle, aber die Parallelen sind schon deutlich: Facebook und die deutschen sozialen Netzwerke, Groupon und CityDeal … Sie alle vereint, dass sie zwar durchaus erfolgreich Prinzipien von Übersee übernommen haben, aber letztendlich sind es fast immer nur direkte Kopien. Auch an dieser Stelle kann man sagen: Geschäftsideen kopieren kommt überall vor. Das stimmt, aber die Häufigkeit im Internet-Bereich ist leider schon deutlich.

Das Problem, welches mich allerdings am meisten beschäftigt, ist die Finanzierung. Viele Startups sind über einen sehr langen Zeitraum reine Brennöfen für Geldbündel – mit meist jungen und unerfahrenen CEOs an deren Spitze. Auch an dieser Stelle ist noch nicht wirklich etwas verwerfliches dran, denn jeder fängt mal an und kaum ein Unternehmen schreibt vom ersten Tag an schwarze Zahlen oder fährt gar Gewinne ein. Das Problem ist eher die Mentalität. Schaut man sich führende Blogs an, die sich mit der Branche beschäftigen, oder spricht man mit Startup Gründern, dann merkt man, wo der Hase lang läuft: es geht nur um einen guten “Exit”, also dem Ausstieg aus dem Unternehmen durch den Investor – indem man an einen anderen Investor verkauft. Das Ziel ist immer wieder, schnellstmöglich ein Vielfaches von dem Geld, was man vorher in das Unternehmen gesteckt hat, wieder heraus zu bekommen. Um dieses Ziel zu erreichen muss man natürlich in kürzester Zeit sehr viel Geld investieren – das kann gut gehen, das geht aber meistens auch daneben.

Startups stehen nämlich auf zwei Säulen: fremdes Geld und Praktikanten. So erschreckend einfach diese Tatsache ist, so inflationär wird mit beiden Gütern auch umgegangen. Unternehmerische Grundsätze wie Nachhaltigkeit werden völlig ignoriert, es geht einfach nur darum, schnellstmöglich ans Ziel zu gelangen – ob das Unternehmen viele Jahrzehnte bestehen bleibt ist da eher sekundär. Die einzigen Gewinner an der ganzen Geschichte sind in jedem Fall die Geschäftsführer und externe Firmen, die völlig überzogene Projekte bezahlt bekommen. Nur die Angestellten, die von Anfang an dabei sind – die sind in jedem Fall die Verlierer. Wenn man einmal von der gewonnenen Erfahrung absieht. Der Investor hat eine 50/50 Chance, um entweder als Gewinner oder als Verlierer und somit dummer Geldgeber da zu stehen.

So, nun haben wir 3 Faktoren erkannt, die über Gedeih und Verderb der Firma entscheiden: die Idee muss sich durchsetzen, das Geld darf nicht ausgehen und man braucht billige Arbeitskräfte. Dieser Krieg an mehereren Fronten stellt ein erhebliches Risiko dar, und ein Scheitern an diesen Stellen ist nicht gerade unwahrscheinlich. Denn die meist kopierte Geschäftsidee kann sich meist nur so lange halten, wie das Original nicht in der Region aktiv ist. Da die meisten ursprünglichen Ideen aus Amerika stammen, wiegen sich die deutschen Ableger in Sicherheit. Aber es zeigt sich, dass viele Startups – natürlich die Originale und nicht die Copycats – durch die Decke gehen und dann beginnen, weltweit zu agieren – und das schließt Deutschland eben auch ein. Somit kann auf einmal sehr schnell eine übergroße Konkurrenz im Heimatmarkt aktiv werden und man sieht nur noch seine Felle davonschwimmen.

Eine weitere Gefahr ist, dass der Investor kalte Füße bekommt und alle Geldflüsse stoppt – da das Unternehmen noch nichts verdient, ist das gleichbedeutend mit der Aufgabe des Unternehmens. Irgendwann wird auch dem dümmsten Geldgeber einmal bewusst, ob es noch Sinn macht, mehr Geld zu verbrennen oder es lieber bleiben zu lassen. Es ist wie beim Pokern – man kann die Runde entweder mit Würde verlieren, man kann etwas riskieren und doch noch als Gewinner hervorgehen, oder man verliert dadurch alle restlichen Chips.

Beim Faktor “billige Arbeitskräfte” ist es die Kunst, zum richtigen Zeitpunkt auf professionelle Kräfte zu setzen und die Vorgänger in irgendeiner Weise loszuwerden. Aber wenn es Engpässe geben sollte, dann werden eben einfach 5 weitere Praktikanten eingestellt. Traurig ist es an dieser Stelle eben nur für die Leute, die sich für eine Firma aufopfern und dann doch fallengelassen werden – meistens sind es Berufsanfänger oder Studenten, also die Schwächsten in der Karriereleiter.

Ich weiß, dass das hier irgendwie stark nach Hasstiraden klingt, aber ich habe es genau in dieser Form sehr oft gelesen und sogar selbst erlebt. Was ich mir wirklich wünschen würde, dass wir zu alten Tugenden zurück finden – ein Unternehmen gründen, für stabiles und vor allem gesundes Wachstum sorgen, aber auch mal was risikieren. Aber vor allem eines: immer bodenständig bleiben.

Natürlich gibt es immer wieder Geschäftsideen, die nur über ein Startup realisiert werden können. Einfach, weil sie in der Anfangsphase viel Geld verbrennen müssen – siehe Facebook oder Twitter. Leider war es aber auch hier so, dass bei Facebook mehr Glück als Verstand mit hereingespielt hat, denn Anfangs war noch nicht klar, wie beide Unternehmen jemals Geld verdienen sollte – Twitter zeigt z.B. gerade, wie die anderen 50% der Chancen aussehen. Wenn jemand mit diesen Absichten ein Unternehmen gründet, und noch viel schlimmer, wenn es dann Leute gibt, die das noch mit ihrem Geld unterstützen, dann fehlen mir ehrlich gesagt die Worte.

(Bildquelle: geekandpoke.typepad.com)